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Sollte man Leinöl (Leinsamenöl) füttern?

Was ist Leinöl?

Leinöl ist ein Pflanzenöl, welches aus Leinsamen, den reifen Samen von Flachs, gewonnen wird.  Die getrockneten Leinsamen werden zu Mehl gewalzt, mit heißem Wasser vermengt und in einer Knetmaschine zu einer festen Masse gerührt, welche dann geröstet wird. Anschließend wird das Öl in einer hydraulischen Presse von den Feststoffen separiert. Aus vier Kilogramm Leinsamen kann ein Liter Öl gewonnen werden.

Leinöl enthält bis zu 60% Alpha-Linolensäure (= ALA, mehrfach ungesättigte Omega-3-Fettsäure, die zur Bildung der Omega-3-Fettsäuren Docosahexaensäure (DHA) und Eicosapentaensäure (EPA) benötigt wird), Linolsäure (14%). Ölsäure (18%), wenig Vitamin E, sowie Vitamin B.

Das klingt gut – unsere Tiere brauchen wie wir Omega-3-Fettsäuren, denn die übliche Ernährung hat zu wenig, und ein entsprechender Mangel ist heute nicht selten. Aber leider können Hunde nur ca. 15%  der ALA aus Leinöl in DHA und EPA umwandeln, Katzen noch weniger. Das gilt für alle Pflanzenöle. Wenn Sie dagegen Fischöl füttern, erhält Ihr Tier DHA und EPA direkt.

Muss man denn Öl ergänzen?

Hunde, die getreidefrei und mit rohem Fleisch von Weidetieren gefüttert werden und zusätzlich ab und zu Fisch bekommen, brauchen keine Omega-3 Ergänzung. Wenn die Nahrung Ihres Tieres jedoch eine große Menge an Omega-6 Fetten enthält (Fleisch aus Massentierhaltung, hoher Getreideanteil im Fertigfutter, Pflanzenöle), sollte es Fischöl bekommen. Aber natürlich ist es immer besser die Ernährung zu ändern und die entzündungsfördernden Getreide und Pflanzenöle aus der Fütterung zu verbannen, als zu supplementieren.

Leinöl ist aber eine gute Fettquelle und bereitet keine Probleme, die Tiere bekommen nur nicht ausreichend DHA und EPA. Bei Krebs sollte man insgesamt eher fettreich füttern, also Fischöl und zusätzlich Leinöl. Eine starke Erhöhung des Fischöl-Anteils wäre dann wiederum zu viel Omega-3. Darüber hinaus haben Phytohormone (Lignane) im Leinöl eine antikarzinogene Wirkung, auch vorbeugend (siehe auch Krebsdiät von Johanna Budwig).

Aufbewahrung

Wichtig: Der hohe Gehalt an mehrfach ungesättigten Fettsäuren im Leinöl führt bei Lagerung schnell zur Oxidation der Fettsäuren und somit dazu, dass das Öl ungenießbar wird (auch beim Fischöl, wenn kein konservierendes Vitamin E zugesetzt wird). Daher muss Leinöl im Kühlschrank aufbewahrt und innerhalb weniger Wochen nach Öffnung aufgebraucht werden. Bedenken Sie, dass Leinöl eine Haltbarkeit von 3 Monaten ab Herstellung/Abfüllung hat. Nach Ablauf der Haltbarkeit sollte es nicht mehr verwendet werden.

Öle auf’s Fertigfutter?

Fertigfutter fehlen gesunde Fette, die mit der Verarbeitung und hohen Erhitzung verloren gehen. Noch schlimmer, durch das Erhitzen entstehen Transfette, die sehr gesundheitsschädlich sind. Hunde, die mit Fertigfutter gefüttert werden, sollten unbedingt mit gesunden anti-entzündlichen Fetten versorgt werden. Unnatürliche Nahrung führt zu Ungleichgewichten und damit zu Gesundheitsschäden. Je mehr wir uns von einer ganzheitlichen, natürlichen Ernährung entfernen, wie sie die Natur vorgesehen hat, desto mehr müssen wir ergänzen und ausgleichen um Gesundheitsschäden zu vermeiden.

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