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Natürlich oder synthetisch, ist das nicht egal?

Fertigprodukte sind wunderbar angepasst an unseren modernen Lebensstil – sie sind lange haltbar, und der Griff in die Tüte ist sehr bequem und zeitsparend. Leider sind sie ungesund, diese Tatsache ist zumindest im Humanbereich hinlänglich bekannt.*

Wenn Fleisch, Getreide, Gemüse oder Obst stark erhitzt werden, werden lebenswichtige Nährstoffe zerstört. Deshalb setzt die Fertigfuttermittelindustrie einige Nährstoffe in Form von synthetischen Vitaminen und Mineralien ihrem Futter zu.

Der Konsument glaubt nun, dass Fertigfutter für Hunde und Katzen, welches mit dem Aufdruck ’natürlich‘ oder ‚ganzheitlich‘ wirbt, ausgewogen und gesund ist. Ausserdem suggeriert z.B. der folgende Verpackungsvermerk beste Nährstoffqualität :

„Nährstoffgehalte des Futters entsprechen oder übertreffen wissenschaftliche Empfehlungen für Nährstoffversorgung von Hunden(AAFCO, NRC 2006; FEDIAF Nutritional Guidelines 2008 – Empfehlungen)“ (Belcando)

Der einfachste und zuverlässigste Weg, so ein AAFCO**-Approval zu bekommen, ist eine definierte Mischung an synthetischen Vitaminen und Mineralien zuzusetzen.  Fertig ist das ganzheitliche ausgewogene Hundefutter. Diese Mischung wird zu Dosen- und Trockenfutter, gefriergetrocknetem Futter und sogar gefrorenen Fertigbarf-Paketen hinzugefügt.

Schauen wir uns nun so einen Zusatzstoff genauer an, hier Natriumselenit, z.B. in Platiunum IBERICO:

Zusatzstoffe pro kg

Vitamine, Provitamine und ähnlich wirkende Stoffe: (E-672) Vitamin A: 10.000 IE, (E-671) Vitamin D3: 1.600 IE, (3a700) Vitamin E (Alpha Tocopherolacetat): 150 mg, Vitamin K1: 2 mg, Vitamin B1 (Thiaminmononitrat): 6 mg, Vitamin B2 (Riboflavin): 10 mg, (3a831) Vitamin B6 (Pyridoxin-Hydrochlorid): 3 mg, Vitamin C (Ascorbylmonophosphat, Calcium-Natrium-Salz): 70 mg, Vitamin B12: 40 mcg, Niacin: 20 mg, Pantothensäure (Calcium-D-Pantothenat-Präparat): 20 mg, Biotin (D(+)-Biotin): 200 mcg, Folsäure: 300 mcg, Cholin (Cholinchlorid): 1.500 mg.

Spurenelemente oder Verbindungen von Spurenelementen: (E-1) Eisen-(ll)-sulfat, Heptahydrat: 75 mg, (E-2) Kaliumjodid: 1,5 mg, (E-3) Basisches Kobalt-(ll)-carbonat, Monohydrat: 1 mg, (E-4) Kupfer-(ll)-sulfat, Pentahydrat: 19 mg, (E-5) Mangan-(ll)-sulfat, Monohydrat: 40 mg, (E-6) Zinkoxid: 190 mg, (E-8) Natriumselenit: 0,3 mg.

Selen ist ein essentielles, natürliches Antioxidationsmittel und fängt freie Radikale ein. Wenn Mensch und Tier natürliche, unverarbeitete Lebensmittel wie Nüsse, Fleisch, Pilze, Fisch oder Eier essen, wird  das Spurenelement Selen im Zusammenhang mit anderen Nährstoffen aufgenommen, die dabei helfen, dass Selen im Körper bestens verwertet wird. Die biologischen Quellen von Selen sind wichtig für die Funktion jeder Zelle im Körper, speziell der Schilddrüse.***

Wie entsteht nun aber Natriumselenit?
Natriumselenit ist eine anorganische Selenquelle.
„Das Salz lässt sich durch Auflösen von Selendioxid in Natronlauge gewinnen, wobei die durch Reaktion des Selendioxids mit Wasser entstehende Selenige Säure mit dem Natriumhydroxid zu Natriumselenit reagiert“ (Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Natriumselenit)

Das klingt nicht sehr gesund, infolgedessen wundert nicht die Stellungnahme der NIOSH (National Institute for Occupational Safety and Health), dass Langzeitverzehr von Natriumselenit beim Tier Flüssigkeitsansammlungen im Bauchraum, Leber-und Milzschäden und Anämie verursacht (http://www.cdc.gov/niosh/docs/81-123/pdfs/0550.pdf).

Zusätzlich zu der Erkenntnis der toxischen Wirkung von unnatürlichen Selenquellen, kann deren Vorhandensein eine Sperre für andere lebenswichtige Nährstoffe sein. Vitamin- und mineralstoffähnliche Substanzen docken an den Zellrezeptoren an und blockieren so die Aufnahme von natürlichen Stoffen. Dieses Phänomen erklärt auch, warum ein Konsum von synthetischen Vitaminen zunächst eine Verbesserung des Krankheitsgeschehens hervorruft (z.B. beim Wechsel des Fertigfutters), sich aber sehr bald mit der Blockade der ‚falschen‘ Nährstoffe wieder die alten Symptome zeigen.

Die beschriebene Problematik gilt nicht nur für Natriumselenit, sondern jedes synthetische Vitamin oder Mineral trägt ähnliche Risiken und Nebenwirkungen in sich.

 


*http://www.zentrum-der-gesundheit.de/fertigprodukte.html

http://www.krebsinformationsdienst.de/vorbeugung/risiken/lebensmittelzusatzstoffe.php

„Studie gestoppt: Vitamin E und Selen mit potenziellen Risiken in der Prävention des Prostatakarzinoms“ http://www.aerzteblatt.de/nachrichten/34200

** AAFCO = – Association of American Feed Control Officials (AAFCO) ist eine Organisation, die Standards und Richtlinien für die Rezepturen und die Kennzeichnung von Tiernahrung in den Vereinigten Staaten setzt.

*** Selen ist ein essentielles Spurenelement für Menschen, Tiere und viele Bakterien. In der Milchviehfütterung wird Selen zugesetzt, da der natürliche Selengehalt der Futtermittel oft nicht zur Versorgung der Nutztiere ausreicht. Das deutsche Futtermittelrecht erwähnt zur Ergänzung der Selenversorgung nur die beiden anorganischen Selenquellen Natriumselenit und -selenat als Futterzusatzstoffe. Diese beiden Verbindungen sind ökonomisch sehr günstig, stehen aber aufgrund der geringen Bioverfügbarkeit für den Organismus aktuell in der Kritik.“ Quelle:http://de.wikipedia.org/wiki/Selen
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