Dog breed Jack Russell Terrier and foods are on the table in the kitchen

Haben Sie nicht mal einen Kräuter-Tipp für das Immunsystem meines Hundes?

Ich werde öfter nach dem idealen Kraut oder dem idealen Heilpilz für den Hund gefragt, um „mal etwas für das Immunsystem“ des Hundes zu tun. Die unterschiedlichsten Gründe liegen hinter dieser Frage, mancher möchte nur im Winter ein bisschen unterstützen, andere Hundehalter kämpfen seit Jahren mit langwierigen chronischen Gesundheitsproblemen ihres Vierbeiners.

Es ist oft schwierig, die Besitzer zu überzeugen, dass eine wirkliche Stärkung des Immunsystems nur funktionieren kann, wenn die Basis stimmt, nämlich eine ausgewogene, artgerechte Ernährung. Immer wieder erreichen mich Berichte, dass vielfältige Kräuterkuren, z.B. mit Ecchinacea oder Heilpilzen, die eigentlich das Immunsystem unterstützen sollten, nicht geholfen haben. Näher hingeschaut, ist das kein Wunder – die Ernährung und die Umgebungsbedingungen stimmen einfach nicht.

Das oberste Ziel der Naturheilkunde ist es, den Körper bestmöglich bei dem zu unterstützen, wofür er gemacht ist, nämlich gesund und stark zu bleiben. Um dies zu erzielen, muss jeder Therapeut und Berater immer zwei Prinzipien im Hinterkopf haben:
1. Wir versuchen ein sehr komplexes Zusammenspiel von Organen und dem Mikrobiom zu beeinflussen, was immer noch unsere Wissenschaft verblüfft, und die Forschung immer noch vor großen Rätseln stehen lässt
2. Damit ein System (oder ein Körper) optimal funktionieren kann, muss es gut versorgt sein und in Balance mit anderen Systemen stehen, die es unterstützen

So ist es ein Teil des Erfolgs ganzheitlicher Medizin und Denkweise, dass man eben nicht immer bis ins Detail genau verstehen kann, wie die Natur funktioniert. Im Falle des Immunsystems werden Fragen nach dem „wie“ und „warum“ vielleicht niemals vollständig beantwortet werden. Dabei sind die Fähigkeiten des Körpers zur Selbstheilung enorm, aber längst nicht in letzter Konsequenz erforscht.

Und wir müssen verstehen – so erstaunlich die Selbstheilungskräfte sein mögen - egal ob Mensch oder Hund, der Körper muss gut ernährt werden, damit er in der Lage ist und die Kraft hat, sich selbst zu heilen. Das Immunsystem muss mit den richtigen Werkzeugen ausgestattet werden. Artgerechte Ernährung, ausreichend Bewegung an frischer Luft und eine möglichst unbelastete Umgebung sind dafür die Voraussetzung. Wird der Körper mit Toxinen belastet, z.B. durch die Fütterung mit Fertigfutter, wird das Immunsystem auf Sicht geschwächt.

Bevor Kräuter und Heilpilze eingesetzt und ihr Potential entwickeln können, braucht es eine andere Perspektive. Man muss verstehen, dass das erstaunliche Immunsystem ein integrativer Teil eines empfindlichen Systems mit vielen Abhängigkeiten ist. Und dass es mit allen Stoffwechselvorgängen, den Organen und der Lebensenergie in Zusammenhang gesehen werden muss. Ganz pragmatisch heißt das: erst die Ernährung umstellen, dann im zweiten Schritt schauen, was man unterstützend tun kann. Meist sind die Erfolge nach einer Ernährungsumstellung und Darmsanierung schon so hervorragend, dass man 'das Kraut' gar nicht mehr braucht. Die Möglichkeiten der Natur sind vielfältig und erstaunlich.

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