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Das Gelbe (und Weiße) vom Ei

Eier sind eine hervorragende Quelle für leichtverdauliches Protein!

Aber sind sie ansonsten gut für unsere Hunde?

Die Diskussion um die Fütterung von Eiern ist ein Dauerthema in den einschlägigen Foren und Facebookgruppen. Skeptiker argumentieren gegen die Fütterung von Eiern. Sie sagen Eier hätten einen zu hohen Cholesteringehalt, könnten Allergien verursachen, da gäbe es ein Salmonellenrisiko, und der mögliche Biotin-Mangel beim Verzehr von Eiern wird auch immer wieder als Gegenargument herangezogen.

Da muss man einige Dinge geraderücken. Zunächst einmal sind Eier reichhaltig an verschiedenen Nährstoffen, dicht gepackt in jedem Ei:

• Vitamin A
• Vitamin B2
• Folsäure
• Vitamin B12
• Eisen
• Selen
• Fettsäuren

Und natürlich Protein!

Eier sind eine hervorragende Proteinquelle, für Mensch und Hund. Sie enthalten alle essentiellen Aminosäuren mit einer hohen Bioverfügbarkeit.

Das angebliche Cholesterin-Problem ist seit einigen Jahren beim Menschen widerlegt. Unser Körper fährt die Cholesterin-Produktion herunter, wenn wir es ihm über unsere Nahrung zuführen. Hunde leiden zudem nicht unter derselben artiellen Veränderungen durch Cholesterin wie der Mensch. Das Cholesterin im Eigelb trägt zu einem gesunden, glänzendem Fell bei.

Zum vermeintlichen Problem Biotinmangel

Biotin ist eines der B-Vitamine und wichtig für Zellwachstum, Verstoffwechselung von Fettsäuren und gesunde Haut und Fell. Eiweiß enthält Avidin, welches Biotin im Darm bindet. Die in einem rohen Ei vorliegende Avidinmenge von ca. 2 mg vermag etwa 20 μg Biotin zu binden. Durch Kochen (nicht durch Trocknen) kann Avidin inaktiviert werden.

Biotin-Defizite sind selten und es müssten große Mengen Eier verzehrt werden, um einen Biotinmangel hervorzurufen. Die Biotin-Bedarfswerte  für Hunde liegen recht niedrig:

Als Richtwerte (Sicherheitszusatz) können für ausgewachsene Hunde 2 μg, für wachsende und reproduzierende 4 μg/ kg KM/ Tag angesetzt werden. (Meyer, Helmut; Zentek, Jürgen (2013-08-21). Ernährung des Hundes: Grundlagen – Fütterung – Diätetik (German Edition) (Kindle Locations 2993-2994). Enke. Kindle Edition)

Aber es kommt noch besser: Eigelb hat jede Menge Biotin, nämlich 12 µg! Wenn Sie also immer das ganze Ei verfüttern, nicht nur das Eiweiß, sind Sie auf der sicheren Seite. Wenn Sie Ihren Hund oder Ihre Katze ansonsten ausgewogen ernähren, kann kein Biotinmangel entstehen. Weitere Lebensmittel mit hohem Biotingehalt:

Rinderleber – Fisch – Spinat – Rindfleisch – Bananen und Äpfel.

Und wenn Sie immer noch zweifeln – geben Sie ab und zu ein weichgekochtes Ei. Dann ist das Avidin deaktiviert, aber das Biotin voll verfügbar.

Was ist wichtiger – die Henne oder das Ei?

Bei all den guten Dingen, die ein Ei enthält, bleibt doch immer die Frage, wie das Huhn ernährt wurde. Viele Hennen werden mit Soja gefüttert. Als aufgeklärter Tierhalter wissen Sie vielleicht schon, dass Soja bei Hunden Allergien hervorrufen kann. Andere Studien verweisen auf Gesundheitsstörungen durch Soja wie Fruchtbarkeits- und Wachstumsprobleme, Schilddrüsen- und Lebererkrankungen. Alle Probleme lassen sich auf die im Soja enthaltenen Isoflavone zurückführen, das sind östrogenähnliche Verbindungen. Als billige Komponente ist Soja häufig in Fertigfuttern enthalten.

Die beste Lösung sind Bioeier von freilaufenden Hühnern mit folgenden Vorteilen:

  • Bio-Futter, mindestens 50% des Futters aus eigener Erzeugung oder von eng kooperierenden Betrieben und zusätzlich 20% aus der Region
  • Max. 5% nicht-ökologisches Eiweißfutter, wenn die Versorgung nicht aus Öko-Futter möglich ist, Pflicht zur täglichen Rau- oder Grünfuttergabe
  • Nicht erlaubt sind synthetische Dotterfarbstoffe, künstliche Eiweiße und gentechnisch veränderte Futtermittel
  • Die vorbeugende Bestandsmedikation, insbesondere mit Antibiotika, ist nicht gestattet

Wie ist es mit Salmonellen?

Salmonellen finden sich in erster Linie auf der Eierschale. Es ist ziemlich unwahrscheinlich, dass Salmonellen ihren Weg ins Ei finden, es sei denn, die Eierschale ist beschädigt. Solche Eier sollte man immer schnell verbrauchen und erhitzen. Eier immer kühl lagern, rohe Eierschalen gehören in den Abfall.

Also – keine Angst vor dem Ei! Es ist sehr nahrhaft und wird von den Tieren sehr gerne gegessen. Die gesundheitlichen Vorteile überwiegen bei weitem die Risiken.

2 Eier in der Woche für den mittelgroßen Hund sind optimal für die gesunde Ernährung.


Quellen:

  1. Meyer, Helmut; Zentek, Jürgen (2013-08-21). Ernährung des Hundes: Grundlagen – Fütterung – Diätetik (German Edition) (Kindle Locations 3001-3002). Enke. Kindle Edition
  2. 2014 Alnatura Produktions- und Handels GmbH, D-64404 Bickenbach
  3. Mitchell, Deborah. The Complete Book of Home Remedies for Your Dog. Macmillan, 2013.
  4. Dillitzer, Natalie; Fritz, Julia; Kölle, Petra; Liesegang, Annette (2012-09-12). Tierärztliche Ernährungsberatung: Diätetik und Fütterung von Hunden, Katzen, Reptilien, Meerschweinchen und Kaninchen (German Edition) (Kindle Locations 3055-3057). Elsevier Health Sciences Germany. Kindle Edition.
  5. Schenck, Patricia (2011-11-16). Home-Prepared Dog and Cat Diets (Kindle Location 1296). Wiley. Kindle Edition.
  6. Brown, Steve (2010-03-03). Unlocking the Canine Ancestral Diet: Healthier Dog Food the ABC Way (Kindle Locations 601-622). Dogwise Publishing. Kindle Edition.
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