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Die „Seuche“ Übergewicht Teil 3 – Das Wunderfutter

Wie bereits in den vorhergehenden Blogs zu Übergewicht erläutert, ist Fettleibigkeit heute das häufigste Gesundheitsproblem bei Haustieren.

Auf der Suche nach neuen Ansätzen zur Gewichtskontrolle (und selbstverständlich geht es um Ansätze, die sich vermarkten lassen), haben einige Futterhersteller sich mit den Auswirkungen des Streckens von Kalorien beschäftigt. Ein Beispiel ist die Erhöhung des Anteils von Ballaststoffen. Dies reduziert die Anzahl von Kalorien in einer Tasse Fertigfutter. Außerdem kann der Verzehr von Futter, das einen hohen Anteil von unverdaulichen Stoffen enthält, auch ein Sättigungsgefühl bewirken, was aber wohl bisher nicht nachweisbar ist. Der Nachteil ist, dass ein hoher Ballaststoffanteil auch zu häufigerem Stuhlabsatz und großen Kothaufen führt, die weich und geruchsintensiv sind, beide Effekte wollen Konsumenten jedoch nicht sehen.

Kürzlich haben sich Forscher auf ihrer Suche nach dem „Schlankheitswunderfutter“ für Hunde auf ein Nahrungsmittel befasst, auf das man nicht so leicht kommen kann – aber ist es überhaupt ein Nahrungsmittel?

Die Studie:

Eine Gruppe Wissenschaftler des Royal Canin Research Center und andere haben daran gearbeitet, wie man Hundefutter mit mehr Luft versehen kann. Sie wollten herausfinden, ob es Auswirkungen auf das Sättigungsgefühl hat, wenn Luft zu gepressten Fertigfutterpellets hinzugefügt wird und damit das Volumen erhöht aber die Anzahl Kalorien gleich bleibt. Luft ist natürlich ein preiswerterer Ansatz als das Hinzufügen von Ballaststoffen.

Dazu ein Beispiel: Nehmen wir an, ein gängiges Fertigfutter enthält 460 kcal/Tasse. Nun produziert man Futter mit weniger Dichte, indem man Luftbläschen einbaut. Das bewirkt man durch ein geändertes Pressverfahren. Somit hat eine Tasse von dem neuen Fertigfutter nur noch 300 kcal/Tasse.

Man unternahm während der Studie verschiedene Experimente, die zu dem Schluss führten:  “….results from the present study indicate that incorporating air into food provides a strategy to reduce energy [caloric] intake in dogs and, consequently could be a useful strategy for weight management in pets.”  Übersetzung: „… die Resultate der gegenwärtigen Studie zeigen auf, dass das Einbauen von Luft in Futter eine Strategie ist, die Energie- (Kalorien-) aufnahme bei Hunden zu reduzieren, und damit das Gewicht bei Haustieren zu managen“.

Die Studie zeigt übrigens nicht, ob die Futteraufnahme des mit Luft angereicherten Futters wirklich ein Abnehmen bewirken, und es wurde auch nicht länger als ein paar Tage experimentiert. Aber man kündigt mehr Forschung zu dem Thema an.

Braucht man solche Studien?

Wenn es das Ziel sein soll, die Kalorienaufnahme von Hunden zu reduzieren, gibt es genügend vernünftige Lösungen, die Hundebesitzer anwenden können. Mit selbst zubereiteten Mahlzeiten in hoher Qualität kann man angepasst an den Lebensstil und das Aktivitätsniveau entsprechend füttern. Wenn ein Hund übergewichtig ist, kann man z.B. den Fettanteil reduzieren. Mehr Bewegung, Training, Apportierspiele und ähnliche Aktivitäten verbrennen Kalorien und erhöhen die Fitness.

Kein Tier braucht diese neuen luftgefüllten „Schlankheitsfutter“, sondern ein artgerechtes Futter, das mit gesundem Menschenverstand zubereitet ist und ausreichend Bewegung. Das ist die einfache aber effektive Lösung des Problems. Gerne erarbeite ich eine ganz individuell angepasste, ausgewogene Reduktionsdiät für Ihr Tier.


Serisier S,Pizzagalli A, Leclerc L, Feugier A, Nguyen P, Biourge V, German AJ. Increasing volume of food by incorporating air reduces energy intake. Journal of Nutritional Science 2104; 3;e59:1-5.

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