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Die Magensäure – Schlüssel zur Darmgesundheit

Warum ist ein saures Magenmilieu wichtig für die Verdauung?

Wenn Fleischproteine in den Hundemagen kommen, wird die Produktion von Salzsäure angeregt. Kohlenhydrate dagegen hemmen die Ausschüttung von Magensäure.

Bei der Futteraufnahme werden komplexe Vorgänge ausgelöst. Wenn Chemorezeptoren im Magen das Vorhandensein von Fleischproteinen entdecken, sind 80% der ausgeschiedenen Verdauungssäfte ein direktes Ergebnis davon. Dieser Vorgang hält den Magen auf einem sehr niedrigen pH Wert um 1 - 2 (ein niedriger pH bedeutet viel Säure).

Dieser niedrige pH-Wert ist sehr wichtig, denn

  • Verdauungsenzyme arbeiten am optimalsten in einer sauren Umgebung
  • Die Säure im Magen zerstört über die Nahrung aufgenommene pathogene Keime, also Bakterien oder Pilze (Hunde sind ja auch Aasfresser!)

Wird dagegen kommerzielles Fertigfutter aufgenommen (hoher Kohlenhydratanteil, viel Pflanzenprotein, wenig Fleischprotein), werden die säureproduzierenden Zellen im Magen nicht angeregt. Der pH-Wert im Magen steigt auf ca. 5 - 7 (wobei ein pH-Wert von 7 als neutral gilt, z.B. reines Wasser).

Der also normalerweise saure Nahrungsbrei (Futter vermischt mit Verdauungssäften), der dann  den Magen verlässt, triggert den nächsten Verdauungsschritt im Dünndarm. Die Säure regt die Produktion von Galle und Pankreasenzymen an, die notwendig für die weiteren Verdauungsprozesse sind. Ist der Mageninhalt nicht sauer, wird die Verdauung im Rest des Verdauungstraktes negativ beeinflusst.

Was bedeutet das nun praktisch für unsere Hunde und Katzen?

Eine Ernährung mit vielen Kohlenhydraten blockiert die Magensäure, eine Ernährung mit Fleisch und fleischigen Knochen regt die Produktion an.

Hunden und Katzen sollte keine Kombination von rohem Futter mit Fertigfutter gefüttert werden, da dies zu einer Reihe von Problemen führen kann:

  • Der gesamte Verdauungsprozess läuft nicht optimal
  • Wenn Knochen gefüttert werden, kann das zu sehr schmerzhafter Verstopfung führen, da die Knochen nicht komplett verdaut werden
  • Es kann passieren, dass die Knochen länger im Magen liegenbleiben, Erbrechen auslösen oder schlimmer, ein Hindernis darstellen
  • Es kann eher zu Magen-/Darmstörungen kommen, wenn sich die Bakterien des unverdauten Futters im neutralen Magenmilieu vermehren. Saure Magensäfte, die die pathogenen Keime zerstören könnten, fehlen. Hinzu kommt, dass Fertigfutter oft mit Salmonellen und Mykotoxinen belastet ist. Die Magensäure -  normalerweise die erste Verteidigungslinie - fehlt, daher sind Hunde und Katzen mit reduzierter Magensäure anfällig.

Die logische Konsequenz

Der Verdauungstrakt von Hunden und Katzen ist dafür gemacht, auf Fleischproteine zu antworten. Eine artgerechte Ernährung ist der erste Schritt, die Verdauung zu optimieren und damit die Verfügbarkeit und Aufnahme von essentiellen Nährstoffen sicherzustellen. Dies ist die unverzichtbare Voraussetzung für Gesundheit.

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