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Die 5 Erfolgsfaktoren einer Ausschlussdiät

Immer mehr Hunde und Katzen reagieren empfindlich auf bestimmte Nahrungsmittelbestandteile oder Zusätze von kommerziellem Hundefutter. Wenn sich Störungen im Gastrointestinaltrakt oder Symptome an Haut und Fell wie z.B. Juckreiz oder Absonderungen aus den Ohren zeigen, besteht meist der Verdacht einer Futtermittelallergie oder -unverträglichkeit. Oft ist das Problem einer Unverträglichkeit schon dadurch gelöst, dass das Tier auf frisches Futter (BARF-Nahrung) umgestellt wird, denn vielleicht verträgt es bestimmte Zusatz-, Konservierungs- oder Farbstoffe im Fertigfutter nicht. Wenn die Umstellung allein nicht hilft, ist eine Ausschlussdiät ist die sicherste Methode herauszufinden, welche Nahrungsbestandteile nicht toleriert werden. Wenn Sie die folgenden Punkte gewissenhaft beachten, sollte die Diät zum Erfolg führen.

  1. Die Historie
    Um Bestandteile zu identifizieren, die aus der Diät entfernt werden müssen, ist es wichtig genau zu wissen, wie das Tier in der Vergangenheit gefüttert wurde. Leichter gesagt als getan - Futtermitteletiketten zeigen nicht mit Sicherheit, ob ein bestimmtes Protein im Produkt enthalten ist oder nicht. Wie Analysen ergeben haben, ist nicht unbedingt nur die deklarierte Fleischsorte, z.B. Lamm, in der Dose, sondern es werden auch andere Proteinsorten ohne Deklaration untergemischt. Hinzu kommt, dass die meisten Etiketten nicht jede Zutat auflisten, was die Bestimmung dessen, was der Hund oder die Katze wirklich zu sich genommen hat, unmöglich macht. Es sollten unbedingt alle Personen, die das Tier füttern, befragt werden, was sie genau gefüttert haben. Nicht selten bekommt der Hund bei Oma ein Leberwurstbrot oder von der Haushaltshilfe Leckerchen aus dem Supermarkt zugesteckt.
  2. Die Diät
    Deshalb ist oft die Ausschlussdiät die einzige sichere Möglichkeit, die Unverträglichkeit(en) aufzuzeigen. Das selbst hergestellte Futter wird zunächst nur mit einer einzigen Proteinquelle gefüttert, die das Tier noch nie bekommen hat (deshalb ist die Kenntnis der Futterhistorie wichtig). Alle Protein- und Kohlenhydratquellen im neuen Futter müssen geändert werden. Oft kann man Ente, Wild, Strauß oder Pferd einsetzen, manchmal muss man allerdings im Extremfall auf exotische Proteine ausweichen. Elementar ist, dass nicht nur die Mahlzeiten geändert bzw. weggelassen werden, die täglich in den Napf kommen, sondern auch Leckerchen, Essenreste aus der Küche, Kauartikel und Nahrungsergänzungen. Das ist ein kritischer Punkt, und es erfordert schon Einsatz und Phantasie verträgliche Belohnungen zu finden. Gänzlich weglassen kann man Leckerchen in den meisten Fällen nicht, denn Hundehaltern fällt es in der Regel äußerst schwer, ihrem Liebling das gewohnte Goodie zu verwehren.
  3. Alle müssen mit ins Boot
    Alle Beteiligten, also Familie und Umfeld, müssen die große Wichtigkeit der 100%-igen Einhaltung des Diätplanes verstehen. Nur ein einziges Häppchen kann unter Umständen das Kartenhaus zusammenbrechen lassen, die positive Entwicklung stoppen und die Gesundwerdung um Wochen zurückwerfen.
  4. Geduld
    Meist sind die Leidensgeschichten der Hunde bereits sehr lang, bevor man sich zu einer Ausschlussdiät entschließt. Der Verdauungstrakt und das Immunsystem sind bereits in Mitleidenschaft gezogen und brauchen Zeit sich zu regenerieren. Es gibt Patienten, bei denen sich bereits nach 3 Wochen Diät eine grundlegende Besserung zeigt, bei anderen dauert es 12 bis 16 Wochen nach der Umstellung.
  5. Die Ernährung danach
    Nach dem Abklingen der klinischen Symptome beginnt man vorsichtig und nacheinander andere Proteinsorten einzuführen. Kehren die Symptome zurück, wird die neue Quelle sofort wieder eliminiert, und man wartet ab, bis sich wieder alles beruhigt hat. So tastet man sich langsam heran. Im Abstand von 1 bis 2 Wochen werden neue Zutaten dem Futterplan hinzugefügt. Es empfiehlt sich, genau Tagebuch über die Futtersorten und die Reaktionen des Hundes zu führen (z.B. Durchfall, weicher Kot etc.). Dem Hundehalter sollte klar sein, dass meist eine lebenslange Meidung der bekannten unverträglichen Zutaten nötig sein wird.

Zeigen sich weiter Symptome trotz Eliminationsdiät, sollten folgende Faktoren in Betracht gezogen werden:

  • Das Tier hat eine allergisch bedingte Hauterkrankung aufgrund anderer zugrunde liegenden Allergien (nicht-futterinduzierte Atopische Dermatitis (NFIAD))
  • Die Diät wurde vom Besitzer nicht konsequent durchgeführt
  • Die gefütterten Proteinquelle(n) hat der Hund früher schon bekommen, sie waren also nicht wirklich neu
  • Die Diät war kontaminiert (unkontrollierte Futterquellen)

Fazit
Die langfristige Einhaltung der Diätregeln ist für Hundehalter und alle Beteiligten ein absolutes Muss, denn nur so können schwere gesundheitliche Folgeschäden vermieden werden. Lassen Sie den Diätplan von einem Experten wie einem zertifizierten Ernährungsberater erstellen und lassen Sie sich während der Diät begleiten. Er / sie wird sicherstellen, dass die Diät ausgewogen ist und es nicht zu Mangelerscheinungen kommen kann. Eine nicht behandelte Futtermittelunverträglichkeit führt zu großen Qualen für das Tier, chronischen Darmentzündungen, weiteren Unverträglichkeiten und schließlich zu Autoimmunerkrankungen. Der Aufwand einer Ausschlussdiät lohnt sich unbedingt - für die Gesundheit und das Wohlergehen Ihres Tieres.

 


  1. Biourge V, Elliot D, Pibot P. Encyclopedia of Feline Clinical Nutrition.http://www.amazon.com/Encyclopedia-Clinical-Nutrition-Vincent-Biourge/dp/B001JSM4DS. Published 2008.
  2. Hand MS, Thatcher CD, Remillard RL, Roudebush P, Novotny BJ. Small Animal Clinical Nutrition.5th ed. http://www.amazon.com/Small-Animal-Clinical-Nutrition-Edition/dp/0615297013. Published 2010.
  3. Verlinden A, Hesta M, Millet S, Janssens GP. Food allergy in dogs and cats: A review. Crit Rev Food Sci Nutr 2006
  4. http://todaysveterinarypractice.navc.com/acvn-nutrition-notes-nutritional-management-of-chronic-enteropathies-in-dogs/

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