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Das Hundefutter-Debakel*

Die Bedeutung eines ausgewogenen Verhältnisses der Makronährstoffe (Proteine, Fette, Kohlenhydrate) in der Ernährung kann nicht genug betont werden. Die Prozentanteile von Protein, Fett und Kohlenhydraten wirken sich auf Wachstum, Gewicht, Lebenslänge und die Anfälligkeit für Krankheiten aus. Die Forschung zeigt, dass Beutegreifer ihre Nahrung nach der Ausgewogenheit der Makronährstoffe auswählen, die ihr Überleben sichern.

Steve Brown beschreibt in seinem Buch ‚Unlocking the Canine Ancestral Diet’** den Anteil der Makronährstoffe in der Nahrung der Vorfahren unserer Hunde. Obwohl unsere Hunde äußerlich nicht mehr so aussiehen wie Wölfe, sind ihr Verdauungstrakt und die sich daraus ergebenden Nährstoffbedarfe sehr ähnlich. Die Nahrung der Hundeahnen bestand zu ca. 50% aus Proteinen, zu 44% aus Fett und zu 6% aus Kohlenhydraten.

Eine akutelle Forschungsarbeit*** hat sich mit der Nahrungsauswahl unserer heutigen Hunde beschäftigt. Man studierte 5 unterschiedliche Rassen – Papillon, Minischnautzer, Cockerspaniel, Labrador und Bernhardiner. Das Ergebnis war, dass alle dieser sehr unterschiedlichen Hunde eine Ernährung wählten, die aus 30% Protein, 63% Fett und 7% Kohlenhydraten bestand. Interessant ist der geringe Anteil an Kohlenhydraten – sowohl bei den Vorfahren unserer 4-Beiner als auch bei den heutigen Hunden!

Eine Schlussfolgerung der Studie war, dass die unterschiedlichen Merkmale von Hunderassen (Größe, Farbe und Temperament) sich nicht auf ihre Prioritäten bei der Auswahl von Makronährstoffen auswirken. Folglich lässt sich feststellen, dass, obwohl Hunde anders aussehen und sich anderes benehmen als Wölfe, sie doch die gleiche Nahrung benötigen.

Trotzdem fordern Hundefutterstandards eine Zusammensetzung von 19% Protein, 12% Fett und 69% Kohlenhydrate. Das ist völlig neben der natürlichen Norm! Wie man argumentieren kann, dass Getreide und andere Kohlenhydratqellen gut für Haustiere sein sollen, ist völlig unverständlich. Die Gründe sind allerdings klar und haben nichts mit gesunder Fütterung zu tun: das Futter muss billig in der Herstellung und praktisch sein (man kann Fertigfutter nicht ohne Stärke herstellen, die die Pellets zusammenhält).

Sie haben die Wahl – für gutes Futter bezahlen oder teuere Tierarzt-Rechnungen. Was wählen Sie?


* Debakel = Zusammenbruch, Niederlage; unheilvoller, unglücklicher Ausgang

** http://www.amazon.de/Unlocking-Canine-Ancestral-Diet-Healthier/dp/1929242670

*** Hewson-Hughes AK, Hewson-Hughes VL, Colyer A, Miller AT, McGrane SJ, Hall SR, Butterwick RF, Simpson SJ, Raubenheimer D. Geometric analysis of macronutrientselection in breeds of the domestic dog, Canis lupus familiaris. Behav Ecol. 2013 Jan;24(1):293-304. Epub 2012 Dec 17. PubMed PMID: 23243377; PubMed Central PMCID:PMC3518205.

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